Rechtsanwalt Joachim Hiersemann

MEDIATION:

Ich freue mich, daß Sie sich mit dem Angebot der Mediation vertraut machen möchten. Insoweit möchte ich versuchen, Ihnen die wesentlichen Ideen der Mediation im Folgenden aufzuzeichnen und Ihnen Mut machen, das Verfahren der Mediation auch für Ihre Konfliktbewältigung zu nutzen.

Was ist Mediation?
    Mediation stellt einen gemeinsamen Verhandlungsprozeß dar. Ziel der Mediation ist es, zu allen Themen, die Sie besprechen möchten, gemeinsame Lösungen für unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse zu finden und eine Vereinbarung zu erarbeiten, die für die Zukunft Bestand hat und die am Ende rechtswirksam und bindend ist.
Was ist die Aufgabe des Mediators?
    Der Mediator unterstützt den Verhandlungsprozeß insbesondere durch seine Haltung und Kommunikationstechniken, die die Parteien ermächtigt, ihre jeweiligen Interessen und Bedürfnisse zu erkennen, zu formulieren und gegenseitig zu verstehen.

    Der Mediator ist in seiner Funktion neutral. Parteiischer individueller Rechtsrat ist nicht Aufgabe des Mediators und bleibt trotz des Mediationsverfahrens eine außerhalb der Mediation stattfindenden parteilichen anwaltlichen Beratung vorbehalten. Der Mediator ist dabei dem Wesen nach selbstverständlich von der Wahrnehmung der parteieischen Interessen einer der Konfliktpartner ausgeschlossen.
Welche Konflikte können mediiert werden?

    Alle Konflikte über die Menschen sich streiten, können Thema der Mediation werden.
  • Sie können sich in Ihrer Partnerschaft bzw. Ehe über die Form des Zusammenlebens nicht einigen. Zum Beispiel müssen Sie sich entscheiden, an einem anderen Ort eine lukrative Arbeitsstelle anzunehmen, Ihr Partner bzw. Ehegatte möchte jedoch hier bleiben.

  • Sie beabsichtigen, den Abschluß eines Partnerschafts- bzw. eines Ehevertrages. Ihr Partner oder Ehegatte hat jedoch andere Vorstellungen.

  • Ihre Partnerschaft und Ehe ist gescheitert. Sie wollen sich über alle mit der Trennung und Scheidung einhergehenden Folgen einigen; insbesondere wollen Sie Ihren Kindern gute Eltern bleiben.

  • Die leiblichen Eltern ihrer Pflegekinder melden sich für sie unerwartet. Sie streiten mit dem Jugendamt, wie der Kontakt zu den leiblichen Eltern angebahnt werden soll.

  • Gemeinsam mit Ihren Geschwistern erben Sie einen elterlichen Betrieb. Sie können sich allerdings nicht einigen, wer den Betrieb fortführt.

  • Im Hinblick auf Ihr Vermögen möchten Sie mit Ihren Kindern und Enkelkindern sicherstellen, daß es nach späterhin keine Konflikte über Erbe gibt.

  • Ihr Hausnachbar hat auf die Grundstücksgrenze einen Baum gepflanzt, der Ihre Sonnenterrasse beschattet. Ihr Wunsch, den Baum zu beschneiden, wird von Ihrem Hausnachbarn nicht entsprochen.

  • In Ihrer Wohnungseigentümergemeinschaft gibt es Auseinandersetzungen über die Gestaltung der Außenfassade. Der Verwalter erwägt klageweise vorzugehen.

  • Gemeinsam haben Sie mit einem Freund eine Gesellschaft bzw. ein Unternehmen gegründet und aufgebaut. Nach langer Zeit sind sich nicht mehr einig über die Form Ihrer Zusammenarbeit bzw. über die Unternehmensstrategie. Immer öfter streiten Sie und denken sogar, über die Auflösung der gemeinsamen Arbeit nach.

  • Mit einem langjährigen Geschäftspartner, mit dem Sie verbunden sind, streiten Sie. Die Beweislage scheint Ihnen sehr kompliziert zu sein.
Wer kann zu einer Mediation gehen?

    Alle diejenigen, die einen Konflikt mit ihrem Konfliktpartner lösen möchten.

    Es gibt keine Bedingungen für familiäre Zusammensetzung, alle Generationen und Geschlechter sind willkommen.

Wie lange dauert der Mediationsprozeß?

    Wieviel Sitzungen notwendig sind, um zu einer als fair empfundenen Regelung zu kommen, hängt von den Konfliktthemen und den Konfliktparteien ab.

    Der Mediationsprozeß dauert im Regelfall 3-8 Sitzungen. Eine Sitzung ist üblicherweise eine Zeitstunde; etwas anderes kann vereinbart werden.
Gibt es Vorbedingungen für die Mediation?

    Die einzig unverzichtbare Voraussetzung für eine Mediation ist, daß die Konfliktpartner bereit sind, sich an einen Tisch zu setzen und sich ermutigen zu lassen, für ihre Belange einzutreten und im Sinne der Fairneß gemeinsam Modelle und Absprachen zu entwickeln.
Was kostet eine Mediation?

    Das Honorar wird nach Anzahl der Konfliktparteien und nach Art des Streitgegenstandes in einem Vorgespräch festgelegt.

    Über die Durchführung des Mediationsprozesses wird ein Mediationsvertrag abgeschlossen.

Welches Risiko gehe ich mit einer Mediation ein?

    Grundsätzlich gehen Sie mit der Mediation keinerlei Risiko ein. Gerichtliche Verfahren können für eine Mediation unterbrochen werden, die Verjährungsfristen sind während der Mediation (seit dem 01. Januar 2002) gehemmt. Mediation ist ein durchweg freiwilliges Verfahren und kann von jedem von Ihnen in jeder Phase des Mediationsprozesses beendet werden, ohne dass dieser einem Rechtfertigungsdruck ausgesetzt wäre.

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